Sehr geehrte Kunden,
wie Sie mit Sicherheit bereits wissen, kam es zu erheblichen Änderungen der Hebammenabrechnung im Privaten- und Kassenbereich.

Nachstehend möchten wir Sie über die uns vorliegenden Änderungen und das damit verbundene Procedere informieren.
Der Beschluss wurde am 05.09.2017 rückwirkend zum 15.07.2017  gefasst und bringt somit kurzfristige/aufwendige umzusetzende Maßnahmen mit sich.
Die Änderungen beinhalten sowohl Erhöhung von Gebühren, neue Gebührenpositionen, Wegfall von Gebührenpositionen sowie  Änderungen von Leistungslegenden bereits bestehender Gebührenpositionen, als auch Veränderungen in den Vordrucken.

1.Versichertenbestätigungen

Spätestens ab dem 01.10.2017 sind Vordrucke von Versichertenbestätigungen zu verwenden, die alle in der Schiedsstelle vereinbarten Inhalte abbilden (Formular in PDF Format finden Sie auf unserer Download-Seite). Der deutsche Hebammenverband und der GKV Spitzenverband sind bemüht bis Ende des Jahres standarisierte Versichertenbestätigungen zu erarbeiten und zur Verfügung zu stellen. Sollte dies nicht gelingen gelten weiterhin die bisherigen Formulare zum Schiedsbeschluss 05.09.2017.

2. Neue Leistungen

Die „neuen“ Leistungen nach den Positionsnummern 0230, 0240, 0400 (GDM-Vortest), 0830, 1830, 1850, 2630, 2650 und 2730 können NICHT vor dem 05.09.2017 in Rechnung gestellt werden, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Quittierung auf den Versichertenbestätigungen nach Schiedsbeschluss.

3. 17%ige Erhöhung diverser Leistungsziffern sowie Änderung der Leistungslegende

Mit dem Schiedsspruch wurde eine 17%ige Erhöhung diverser Leistungsziffern rückwirkend zum 15.07.2017, sowie aber auch Änderungen in den Leistungslegenden und somit Änderungen in den Abrechnungsbestimmungen beschlossen. Leistungen ab dem 15.07.2017, die bereits erbracht, quittiert und abgerechnet sind, sind bis zum 31.12.2017 für alle Leistungen nachzufordern.

4. Nachberechnungen

Somit ergeben sich 2 verschiedene „Formen“ der Nachberechnung.
Neue Rechnungserstellung für gegebenenfalls erbrachte „neue“ Leistungspositionen ab dem 05.09.2017 (bitte beachten Sie, dass diese Leistungen von den Patienten auf einem neuen Formular quittiert sein müssen)
Die bisher für Sie ab dem 15.07.2017 bereits erbrachten, quittierten und abgerechneten Leistungen könnten durch uns bis zum Stichtag 31.12.2017 entsprechend nachberechnet werden. Dies bedeutet für die PVS einen enormen Verwaltungs- und Zeitaufwand, sowie für Sie auch neu anfallende Kosten/Gebühren für die Rechnungserstellung. An dieser Stelle möchten wir Sie bitten sich persönlich und zeitnah mit Ihrem Sachbearbeiter abzusprechen, ob Nachberechnungen gewünscht sind. Um eine Rückmeldung* diesbezüglich bitten wir  bis zum 01.12.2017.
*Download Formular Anforderung Nachberechnung  /  Rückfax

5. Wichtigste Änderungen auf einen Blick

5.1. neue Ziffern ab dem 05.09.2017 
Ziffer 0230 – Individuelles Vorgespräch über Fragen der Schwangerschaft und Geburt (Pauschale) / neue Ziffer
Ziffer 0240 – Spezifisches Aufklärungsgespräch zum gewählten Geburtsort (Pauschale) / neue Ziffer
Ziffer 0400 – GDM Screening (Vortest) / vorher gleiche Ziffer, je Blut- oder Körpermaterialentnahme, per 05.09.2017 Testauswertung
Ziffer 1830 – Aufsuchende Wochenbettbetreuung beim Kind (Mutter abwesend)/neue Ziffer
Ziffer 2630 – Postpartale Überwachung ohne ärztliche Anordnung für 2 Stunden/ neue Ziffer / sollte die Überwachung länger als 2 Stunden dauern, greift die „alte“ Leistungsziffer 2600 mit ärztlicher Anordnung

5.2. Änderungen von Abrechnungsbestimmungen zum 15.07.2017
-Ziffer 1800- Wochenbettbetreuung und  Ziffer 2800 –Stillberatung, notwendige Dokumentation der Uhrzeiten „von-bis“, ohne Vorgabe Uhrzeiten keine Abrechnung möglich.
-Ziffer 0901 – 0912  – Geburtsziffern
Die Gebührenhöhe wurde reduziert, die Abrechnungsbestimmung jedoch verbessert.
z.B. Ziffer 0901 bis 15.07.2017 271,94€ und ab 15.07.2017 165,60€
jedoch sind alle* erbrachten Leistungen bis 1 Stunde vor der Geburt zusätzlich abrechnungsfähig (vorher „8“ Stunden vor der Geburt)
*Verweis auf die Leistung nach Ziffer 0600 – CTG, ab dem 3CTG pro Tag nur auf ärztliche Anordnung  berechnungsfähig.
*Verweis auf die Leistung nach Ziffer 0500 – Hilfe bei Beschwerden, notwendige Dokumentation der Uhrzeiten „von-bis“, ohne Vorgabe Uhrzeiten keine Abrechnung möglich.

6. Änderungen zu Fristen

Entgegen der früheren Verjährungsfrist von 4 Jahren bei der Kassenabrechnung, gelten per sofort folgende Bestimmungen:
§2 Satz 5 Vergütungsvereinbarung: Die Rechnungslegung erfolgt je Hebamme bzw. Hebammeninstitut und Krankenkasse für alle erbrachten Leistungen höchstens monatlich, mindestens zweimal im Jahr, jedoch spätestens bis zum 30.06. eines Jahres für Leistungen des Vorjahres (Ausschlussfrist).

Falls  Rückfragen zu den Änderungen bestehen wenden Sie sich bitte  an Ihre Sachbearbeiterin.
Die PVS Mosel-Saar wird die beschlossenen Veränderungen in den Leistungs- und Gebührenverzeichnissen sowohl in der Höhe der Gebühren als auch bei Veränderungen der Ziffern vornehmen und alle Rechnungen vor Versand überprüfen, um eine korrekte Abrechnung der Leistung ab dem 15.07.2017 sicher zu stellen.
Die neuen Formulare zum Download:

Download Vordrucke Versichertenbestätigung

Download Formular Anforderung Nachberechnung  /  Rückfax


Für weitere Nachfragen sind wir selbstverständlich für Sie da.

Freundliche Grüße
PVS/Mosel Saar GmbH
Ärztliche Gemeinschaftseinrichtung